Das Problem ist halt wirklich: Wäre ein vernünftiger Prozess gegen Bin Laden überhaupt möglich gewesen? Wenn er lebend in irgendeiner Zelle sitzen würde, gäbe es hundertprozentig Befreiungsversuche oder Freipressungen durch Geiselnahmen, wo wieder Unschuldige ihre Köpfe dafür hinhalten müssten. Er wäre sicher härter bestraft gewesen, wenn er den Rest seines jämmerlichen Lebens in einem Bunker abgesessen hätte, aber was hat man davon? In den USA hätte man ihm am Ende sowieso die Todesstrafe gegeben, somit hat man das Ganze doch jetzt nur ein wenig beschleunigt.
Man hört jetzt immer mehr Kommentare von Leuten, die sich darüber aufregen, dass die USA einfach dort hingegangen sind und ihn abgeknallt haben. Der Vatikan findet es nicht gut, dass die Menschen seinen Tod feiern. Einige gehen soweit und sagen, das war einem Rechtsstaat unwürdig, er ist ja auch nur ein Mensch und hat auch Rechte, bla blubb... Da stelle ich jetzt aber ernsthaft mal die Frage: Welche Rechte hat schon jemand, der tausende Unschuldiger auf dem Gewissen hat? Wieso sollte man so einem Individuum - Mensch kann man ihn ja fast schon nicht mehr bezeichnen - noch irgendwelche Rechte einräumen? Jemand, der so viele Menschen aus religiösem Wahn und ideologischer Blindheit auf bestialische Weise tötet, hat meiner Meinung nach seine Rechte in der Gesellschaft verwirkt. Osama Bin Laden hat definitiv nicht nach den Rechten derer, die er so brutal aus dem Leben gerissen hat, gefragt. Freilich müsste man als Beispiel voran gehen und nicht so handeln wie diese Fanatiker, wenn man ein Rechtsstaat sein will. Auf der anderen Seite frage ich mich: warum Steuergelder verschwenden und ihm ein Leben in einem Gefängnis finanzieren und dadurch nur potenzielle neue Gefahren schüren? Warum sich unnötige Probleme machen mit so einem Mann, der für viele schon der Inbegriff des Bösen war? Mit Saddam hat man doch auch recht kurzen Prozess gemacht (aber das Thema Irak ist wieder etwas anderes, was ich jetzt nicht aufgreifen will; dass der Krieg dort letztlich nicht legitim war wissen wir ja mittlerweile alle). Solche Barbaren haben auf dieser Welt nichts zu suchen, der Welt fehlt NICHTS, wenn man sie unschädlich macht. Außerdem darf man nicht vergessen, dass Bin Laden offenbar selbst zur Waffe gegriffen hat. In einer Gefechtssituation passiert es nun mal, das Leute auch erschossen werden. Und wenn er den Soldaten die Waffe entgegen hält, dann erwartet doch hoffentlich keiner ernsthaft, dass man höflichst auf ihn einredet und mit ihm die Sachlage einmal bei einem Tässchen Mate-Tee ausdiskutiert. Da hilft eben nur die Steinzeit-Methode.
Ich sage, dieser Terrorist hat jetzt wenigstens einen kleinen Geschmack von dem bekommen, was er anderen angetan hat. Wer die Waffe erhebt, muss damit rechnen, von einer Waffe getroffen zu werden. Das ist hiermit passiert. ALLE Angehörigen derer, die bei Anschlägen seiner Organisation ums Leben gekommen sind, empfinden jetzt ein wenig Genugtuung, und dafür sollen sie auch ruhig auf die Straßen gehen und feiern; nichts anderes nämlich haben die Menschen damals in den arabischen Ländern getan, als 9/11 passierte. Jetzt protestieren einige sogar gegen den Tod von Bin Laden und trauern um ihn, weil er für manche sowas wie ein Vorbild war. Da sieht man mal, wie diese Menschen da drüben noch ticken!!
Außerdem: seine Gefolgsleute haben jetzt nicht nur eine Symbolfigur verloren, sie sehen jetzt auch, dass das, was sie anrichten, zu ihnen zurückkommt. Ich befürworte ebenso die Drohnenangriffe der USA auf die Terroristen am Hindukusch und sonst wo. Diese Leute müssen nicht, wie es viele Bedenkenträger und Möchtegern-Rechtsstaatler wohl gerne hätten, mit erhobenem Zeigefinger zu Tode geredet und höflichst zum Gerichtsverfahren eingeladen werden, nein, sie müssen ein für allemal liquidiert werden. Dass das nämlich die Terrorgruppen schwächt, hat sich schon gezeigt. Klar kommen immer wieder neue Kader nach, aber die müssen sich genauso fürchten wie ihre Vorgänger. Eine Verurteilung zum Tode durch ein Gericht macht die doch auch nur zum Märtyrer, und wenn sie weg sind, kann sie auch keiner mehr freipressen. Das ist vielleicht ein Stück Wild West Methode, aber mit Reden und Moralpredigten wird man diesen Leuten nicht Herr. Überdies ist aber freilich einzusehen, dass auch das Ausschalten von Topterroristen auf Dauer nicht das Non Plus Ultra ist, es müssen die Gründe für Terrorismus erkannt und angegangen werden. Das aber ist ein Dauerauftrag für viele Generationen fürchte ich.
Ich hoffe wirklich, dass jetzt nicht wieder endlose Diskussionen weltweit ausbrechen, ob das denn nun so richtig war, die Frage nach Sinn und Unsinn dieses Vorgehens, hatten die USA das Recht dazu, bla bla.... Der Mann hat bekommen was er verdient - gnadenlose Rache für all die Angriffe, für die er verantwortlich ist. Warum also noch herumschwafeln und jetzt alles wieder hinterfragen? Der wohl schlimmste Terrorfürst der Welt ist ein für allemal erledigt, und das ist auch ohne wenn und aber gut so. All diejenigen, die jetzt wieder mit Rechtsstaatlichkeit und allem kommen und sich über die USA aufregen möchte ich mal erleben, wenn sie einen geliebten Mitmenschen durch die Hand der Terroristen verlieren. Dann wird Genugtuung das Mindeste sein, was auch sie haben wollen.
Eine Sache noch:
Was ist so falsch daran, wenn Obama den Ruhm für diesen Erfolg nun einsteckt?
1. Ich glaube deswegen noch nicht, dass er deswegen gleich wiedergewählt werden wird; dafür bestehen zu viele andere Probleme.
2. Im Gegensatz zu seinem korrupten Vorgänger Bush hat er es wenigstens geschafft, was fast 10 Jahre gedauert hat - und worauf so viele besonders in Amerika seit 9/11 gewartet haben: Bin Laden hat seine gerechte Strafe bekommen. Kurzer Prozess, aus fertig. Ihn zu erschießen war daher sicher nicht die allerdümmste Idee, denn wenn man ihm den Prozess gemacht hätte, dann sicher nur in den USA. Und da wäre er, wie schon gesagt, ohnehin zum Tode verurteilt worden. Obama hat endlich bewiesen, dass er ein wahres Interesse an der Verfolgung und Eliminierung nicht nur von Bin Laden hat - und das offensichtlich wesentlich mehr als Bush, der sich die jahrelange Jagd nach Bin Laden doch viel lieber für andere Dinge zu Nutzen gemacht hat. Man hat ihn jetzt beseitigt, und dazu noch im Meer bestattet, was eine kluge Idee war, denn so entsteht keine Pilgerstätte für seine Gefolgschaft.
Gruß,
Daniel.
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EDIT: Jetzt kam gerade die Meldung, das Bin Laden doch unbewaffnet gewesen sein soll....

Ändert aber auch nichts an meiner Meinung... ein Gefecht hat es gegeben, und wenn es nur mit seinen Gefolgsleuten war.